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Heizkörperthermostat: Was bedeuten die Stufen an der Heizung?

Das bedeuten die Stufen, Zahlen & Symbole an der Heizung.

Die Thermostate an unseren Heizkörpern sind inzwischen unverzichtbar. Spätestens im September nutzen wir sie immer wieder, um die Räume angenehm zu heizen. Aber diese Zeichen und Ziffern, was bedeuten die Orakel, was will uns der Monteur mit diesen Botschaften sagen? Die meisten Nutzer ignorieren sie wissentlich, aber besonders wenn es ums Energiesparen geht, sollte man sie kennen.

Seit mehr als 30 Jahren gibt es die Thermostate für den Heizkörper, und ihre Funktion ist leicht nachvollziehbar. Inzwischen sind sie standardisiert, auch die Symbole auf dem Thermostat, und somit in jeder Wohnung gleich. Ihr Vorteil gegenüber den älteren Reglern besteht darin, dass ein Bewohner die Temperatur nicht ständig von Neuem einstellen muss.

Der interne Mechanismus im Thermostat

Innen im Thermostat misst ein Fühler mit einer sich dehnenden Masse die Temperatur der Umgebung. Entsprechend der von dir gewählten Einstellung regelt das Ventil je nach der gemessenen Raumtemperatur automatisch den Zufluss von heißem Wasser. In einem kalten Raum erhöht der Temperaturfühler den Durchfluss, weil er zusammenschrumpft, mit zunehmender Erwärmung aber dehnt er sich aus. Denn an ihm befindet sich ein metallener Stift, der das Heizungsventil öffnet oder schließt und somit den Wasserdurchlauf entweder drosselt oder freigibt.

Was bedeuten die Zahlen auf der Heizung?

Wie gesagt sind die Thermostat heute standardisiert, und sie bewirken die Regelung der Heizung in Stufen. Die folgenden Raumtemperaturen sind je nach Symbol zu erwarten:

Ziffer/Symbol des ThermostatsRaumtemperatur
Stufe 112 Grad Celsius
Stufe 216 Grad Celsius
Stufe 320 Grad Celsius
Stufe 424 Grad Celsius
Stufe 528 Grad Celsius
☀ SonneGrundposition für 20 Grad Celsius
☽ HalbmondPosition für 14 Grad Celsius
❄ Schneeflocke / SternFrostschutzstellung, ca. 5 Grad Celsius
Erklärung der Stufen, Zahlen & Symbole am klassischen Heizkörperthermostat.

Zwischen den Ziffern findest du immer drei Striche, mit denen lässt sich die Einstellung weiter präzisieren. Ein Strich steht dann für eine Temperaturveränderung um ein Grad. Der zweite Strich nach der Drei bedeutet also eine Zimmertemperatur von ungefähr 22 Grad. Für Energie-Sparer: Eine Temperaturminderung um nur ein Grad ermöglicht eine Energieeinsparung von etwa 6 Prozent.

Die Einstellung „Halbmond“ bedeutet nach den obigen Erläuterungen also eine Nachtabsenkung auf etwa 14 Grad. Damit ergibt sich eine Energieeinsparung von ungefähr 30 Prozent. Meist muss der Mieter die niedrigere Nachttemperatur aber nicht selber einstellen. Denn der Hausbesitzer nimmt diese Maßnahme bereits mit Regulierung der Kesseltemperatur vor, die dann für die gesamte Wohneinheit gilt. Wer sich aber unsicher ist, kann die Heizkörper entsprechend selber einstellen.

Im Frostschutzmodus sorgt der automatische Regler für eine Zimmertemperatur von ungefähr konstanten 5 Grad. Damit wird ein Einfrieren des Heizkörpers verhindert. Um eine Frostbildung in den Heizungsrohren zu verhindern, braucht es aber je nach Einzelfall höhere Temperaturen. Meist reicht es also nicht oder ist zu viel des Guten, wenn du an der Heizung die Schneeflocke einstellst. Ohnehin solltest du darauf achten, dass die Räume im Winter nie ganz auskühlen, auch nicht in deiner Abwesenheit.

Das Sonnen-Symbol, meist identisch mit der Stufe 3, bewirkt eine Idealtemperatur (20 Grad) für Räume, in denen man sich tagsüber häufig aufhält.

Warum so kompliziert?

Soweit, so gut. Aber warum so umständlich? Viel einfacher wäre es doch, gleich die Temperaturen auf dem Regler anzugeben, dann müsste der Redakteur jetzt nicht hier sitzen und diesen Artikel über die Symbole auf dem Thermostat schreiben.

Die Antwort auf diese Frage findet sich nicht etwa in der Geheimniskrämerei der Heizungsmonteure. Vielmehr beeinflussen mehrere Faktoren das Heizverhalten deines Heizkörpers sowie die Umsetzung deiner Wunschtemperatur. Die Raumtemperatur spielt eine Rolle und auch die Größe der gesamten Fensterfläche, außerdem die Isolierung oder eine mangelhafte Wärmeabgabe durch ungeschickt platzierte Möbel oder durch Vorhänge.

Wegen der in der Folge entstehenden Stauwärme misst der Temperaturfühler dann einen höheren Wert, und der Raum bleibt etwas kühler als eigentlich erwartet. In großen Zimmern dauert es naturgemäß länger als in kleinen, bis ein gleichartiger Heizkörper die erwartete Temperatur erreicht. Aus diesen Gründen haben sich die Hersteller darauf geeinigt, statt konkreter Temperaturen nur symbolische Ziffern anzugeben. Denn die im Raum für den Bewohner tatsächlich messbare Temperatur kann höher oder niedriger ausfallen als die gewählte Einstellung.

Das Thermostat richtig nutzen

Mit der Einstellung gibt der Bewohner seine Wunschtemperatur an. Wie oben gesagt, gleicht der Fühler die Umgebungstemperatur mit seiner Vorgabe ab und reguliert das Heizungsventil, welches mehr oder weniger Wasser passieren lässt, was zu der entsprechenden Raumtemperatur führt. Bei einem nur geringen Unterschied zwischen Wunsch- und Umgebungstemperatur muss der Heizkörper also nicht sofort übermäßig heiß werden. In einem größeren Zimmer dauert es dann unter Umständen auch mal etwas länger, bis die Zieltemperatur erreicht ist.

Viele meinen auch, mit der Einstellung 4 oder 5 wird der Raum schneller warm. Leider ist dies ein klassischer Irrtum und weit verbreiteter Aberglaube: Eine höhere Einstellung bedeutet nichts anderes, als dass das Heizelement für eine längere Zeit Wärme abgibt. Das bedeutet aber meist nur einen unnötigen Energieverbrauch und führt unweigerlich zu einer Überhitzung der Wohnung. Nur durch anhaltendes Lüften kann der Nutzer dann ein erträgliches Raumklima wieder herstellen.

Sparclips und digitale Heizkörperthermostate

Mit einem gut überlegten Heizverhalten kann man einiges an Energie sparen und den Geldbeutel schonen. Einige Hersteller bieten deshalb zusätzlich zu den Heizungs-Symbolen sogenannte Sparclips an. Der Nutzer legt mit diesen Klammern untere und obere Begrenzungen fest oder blockiert eine unerwünschte Temperatur. Mit dieser Zusatzausstattung lässt sich das eigene Heizverhalten besser kontrollieren, und das Energiesparen wird konsequent umgesetzt.

Eine zusätzliche Kostenersparnis ergibt sich, wenn du neuere Thermostate verwendest, die man auch digital steuern kann. Sie arbeiten noch genauer als ihre analogen Vorläufer und senken den Energieverbrauch noch effizienter. Die Geräte lassen sich in ein Smart Home einbinden, über WLAN ansteuern oder per App mit dem Tablet oder Smartphone. Das integrierte Display gibt Auskunft über die gewählte Temperatur und diverse weitere Parameter.


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Dennis F.
Dennis F.
Dennis blickt auf eine mehr als 10-jährige Berufserfahrung als Produkt- und Marketing Manager in der Technikbranche zurück. Dabei war er bei renommierten Smartphone- als auch namenhaften IT- und Netzwerkherstellern tätig. Von der Produktentwicklung, dem technischen Service bis hin zur Produktvermarktung, war Dennis an jeder Station maßgeblich mitbeteiligt. Seit 2019 ist Dennis zusätzlich als Technik-Redakteur bei Testventure.de tätig und stellt unseren Lesern sein Fachwissen bestmöglich zur Verfügung.
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