StartComputerWas ist Hertz? Die Bildwiederholrate bei Monitor, Smartphone & Fernseher

Was ist Hertz? Die Bildwiederholrate bei Monitor, Smartphone & Fernseher

„Der neue Monitor bietet unglaubliche 60 Hertz!“ – Vor einigen Jahren war das noch ein übliches Werbeversprechen. Doch was steckt dahinter? Was versteht man unter der Bezeichnung Hertz (Hz)? Wie viel Hertz gibt es? Wo sind die Unterschiede bei Monitoren, Smartphone und Fernseher?

Was versteht man unter der Bezeichnung Hertz?

Wenn wir über den Begriff Hertz (Abkürzung Hz) sprechen, dann reden wir von der sogenannten Bildschirmwiederholfrequenz, die aus der Film-, Fernseh- und Computertechnik stammt. Im Sinne der Definition gibt Hertz die Anzahl wiederholender Vorgänge pro Sekunde, innerhalb eines periodischen Signals bzw. die Anzahl der Einzelbilder pro Sekunde an. Sie wurde im Jahr 1930 nach dem deutschen Physiker Heinrich Hertz (1857 – 1894) benannt.

Beispiel: Wird ein Monitor mit 60 Hertz angegeben, dann kann dieser Monitor 60 unterschiedliche Bilder pro Sekunde darstellen.

Was ist der Unterschied zwischen Hertz und FPS?

Im Gegensatz zu Hertz steht FPS (Frames per Second) für Bilder pro Sekunde, die deine Grafikarte oder Grafikeinheit innerhalb dieser Zeit produzieren kann. Ein Bildschirm der 60 Hertz unterstützt wird bei 100 FPS Rechnerleistung 40 FPS Verlust machen.

Übrigens basiert die Filmtechnik auf dem Tatbestand, dass das menschliche Auge nach 20 Einzelbildern pro Sekunde keine Einzelbilder mehr erkennen kann. Ein Smart TV überträgt z. B. mit maximal 50 Hz. In TV und Kino werden Filme mit einer Aufnahmegeschwindigkeit von 24 bis 48 Bildern pro Sekunde angezeigt.

Was sind die Unterschiede bei Monitoren, Smartphone und TV?

Man könnte antworten: „Kommt drauf an!“ – Monitore, die für schnelle Videospielaufnahmen herhalten sollen, sollten mindestens 120 Hertz mitbringen, um Unschärfen und Schlieren zu vermeiden. Es sollte herausgestellt werden, dass eine Hertz-Leistung von 120 oder 144 Hertz ein Bild ruhiger und angenehmer darstellt, auch wenn die FPS-Leistung etwas schwächer ist. Mit einer Bildschirmfrequenz von 200 Hertz ist man bei 3D-Fernsehern gut beraten, um in den reibungslosen „Bildgenuss“ zu kommen.

Menschen, die den Fernseher bzw. Monitor nur für alltagsübliche Sendungen, Filme, Serien bzw. zum Arbeiten verwenden, sind mit 50 bis 60 Hertz gut beraten.

Nachteilig sind die noch nicht erwähnten höheren Kosten für Monitore mit Bildwiederholungsraten über 60 Hz. Diese gibt es erst für einen Preis von über 200 Euro. Zusammen mit anderen hochwertigen Komponenten entstehen für Monitore, TV´s und Smartphones mit einer hohen Hertz-Zahl Kosten, die im höheren drei- bis vierstelligen Preissegment liegen.

Interessanterweise nutzen außerdem viele Hersteller von Plasma oder LCD/LED-Fernseher, ohne eine anerkannte standardisierte Normierung, die künstliche Erstellung von zusätzlichen Bildern. Diese „Mehrhertz“ soll(t)en bei Röhrengeräten das Flimmern und bei LCD-TV-Geräten Bewegungsunschärfe und den sogenannten Nachzieheffekt verhindern. Daraus resultiert das Vorkommen von LCD-Fernsehern, die 200 Hz, 400 Hz oder 800 Hz mitbringen.

So werden z. B. einem fliegenden Fußball neben realen Bildern die doppelte Menge an künstlichen Bildern hinzugefügt, um die Bewegung des Balles genauer und schärfer darzustellen. Diese technische Verfeinerung der Bildqualität ist bei schnellen Bewegungen essentiell. Bei fixierte Objekten tritt in einigen Fällen der „Soap-Opera-Effekt“ ein, wobei z. B. unbewegliche Gegenstände statisch wirken, wie bei alten Seifenopern.

Heutige Smartphones haben Bildschirme mit bis zu 144 Hz, wobei 90 Hz und 120 Hz üblich sind. Dadurch werden die Inhalte und Animationen „weich“ und flüssig dargestellt, ohne mit unangenehmen „Zitterbewegungen“ aufzuwarten. Negativer Nebeneffekt bei höheren Hertz-Leistungen ist auch der erhöhte Akkuverbrauch. Dieser wird durch die höhere Bildberechnungsrate erzeugt.

Fazit

Ein Hz Monitor ist mit einer Bildwiederholrate von über 60 Hertz also genau dann für dich geeignet, wenn du dich für eine Anwendung, Filme oder Spiele entscheidest, die detailreich und aufwendig reproduziert werden müssen. Ein Hz Monitor wird darüber hinaus mit viel „Hertz“ ausgestattet, um Darstellungen mittels künstlich erzeugter Bilder dynamischer und weicher aussehen zu lassen. Es gilt das Prinzip: Je höher die Hertz-Zahl des Mediums, umso teurer wird es.

Dennis F.
Dennis blickt auf eine mehr als 10-jährige Berufserfahrung als Produkt- und Marketing Manager in der Technikbranche zurück. Dabei war er bei renommierten Smartphone- als auch namenhaften IT- und Netzwerkherstellern tätig. Von der Produktentwicklung, dem technischen Service bis hin zur Produktvermarktung, war Dennis an jeder Station maßgeblich mitbeteiligt. Seit 2019 ist Dennis zusätzlich als Technik-Redakteur bei Testventure.de tätig und stellt unseren Lesern sein Fachwissen bestmöglich zur Verfügung.
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