HDR beim Monitor und Fernseher
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Was ist HDR? – HDR beim Monitor und Fernseher

Wer sich in der letzten Zeit intensiver mit dem Kauf eines neuen Fernsehers oder Monitors auseinandergesetzt hat, wird kaum drum herumgekommen sein, den Begriff HDR zu lesen. Häufig kommt dann die Frage auf: „Was ist HDR eigentlich?“. Die Abkürzung HDR bedeutet High Dynamic Range, also übersetzt „hoher Dynamikumfang“. Dieser hohe Dynamikumfang macht es möglich, auch in schwierigeren Lichtsituationen viele Details erkennen zu können. Im Allgemeinen wird durch HDR das Bild ansehnlicher, indem höhere Kontraste zwischen den einzelnen Farben erzeugt wird.




Wie entsteht ein Bild in High Dynamic Range?

Um ein HDR-Bild zu erzeugen, werden erst einmal drei Bilder der identischen Szenerie erstellt: Ein normal belichtetes, ein überbelichtetes sowie ein unterbelichtetes. Diese werden dann mittels einer Software zu einem Bild zusammengefügt. Durch die verschieden belichteten Bilder wird die maximale Detailtiefe erreicht. Die meisten werden sich jetzt fragen, wie man zur Erstellung solcher Belichtungsreihen kommt. Ihr benötigt dazu keine teure Kamera mehr. Heute haben die meisten modernen Smartphones ein solches Feature zur Erstellung von HDR-Belichtungsreihen mit an Bord. In diesem Fall erzeugt das Smartphone die zusammengefügten Bilder meist selbst, so dass ihr euch nicht mehr um darum kümmern müsst.




Wiedergabe von HDR-Bildern – Was muss ich beachten?

Doch auch das schönste Bild bringt einem nur eingeschränkt etwas, wenn man keine Möglichkeit hat, dieses mittels eines HDR fähigen Fernsehers oder Monitors wiederzugeben. Um HDR-Bilder auf herkömmlichen Bildschirmen darzustellen wird der Helligkeitskontrast des Bildes komprimiert. Dies erzielt zwar eine bessere Wirkung, als wenn man gar kein HDR verwenden würde, lässt den Nutzer jedoch nicht voll auf seine Kosten kommen, da ihm ein großer Teil des Bilderlebnisses verwehrt bleibt. Neben SDR (Standard-Range-Monitoren) gibt es auch immer mehr High Dynamic Range Monitore auf dem Markt. Doch wo HDR draufsteht, ist nicht immer sofort das drin, was man sich bei einem Kauf erhofft. Es ist also zu empfehlen, vor dem Kauf genauer in die technischen Daten zu schauen.

Verschiedene Hersteller sind auf den Zug aufgesprungen und haben ihren eigenen Standard implementiert. Den am meist verbreiteten Standard stellt die Organisation VESA. Ebenso gibt es verschiedene HDR-Formate. Das Format HLG stellt hierbei die einfachste Art der Übertragung dar. Bei hoher Qualität kann dieses Format dennoch häufig problemlos abgespielt werden. HDR10 ist das klassische Format. Die zehn deutet auf die vorhandene Farbtiefe von 10 Bit hin. SDR hingegen bietet nur 8 Bit. Das Format HDR10+ verwendet ebenfalls meist 10 Bit.

Jedoch hat der Ersteller eines Films hierbei die Möglichkeit, Kontrastinformationen separat zu editieren, da es sich um ein dynamisches HDR handelt. Die Kirsche auf der Sahnetorte wird hierbei von dem Format „Dolby Vision“ repräsentiert: Im Gegensatz zu den vorherigen Formaten können hierdurch 12 Bit dargestellt werden. Auf gut Deutsch bedeutet das, dass auf ein Farbspektrum von 68 Milliarden Farben zugegriffen werden kann. Wer sich denkt: „Dolby Vision ist das, was ich brauche!“, der muss sich leider noch etwas gedulden. Eine weiträumige Verbreitung dieses Formates hat noch nicht stattgefunden. Bei den vier genannten Formaten handelt es sich um Codierungsstandards, mit denen die Bilddateien komprimiert und dekomprimiert werden. Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten: Es kann sehr wohl vorkommen, dass ein Monitor angibt, eines dieser Formate zu unterstützen, die Möglichkeit der HDR-Ausgabe allerdings gar nicht besteht. Dies bedeutet dann nur, dass der Monitor in der Lage ist, einen in HDR gefilmten Inhalt in ein Videosignal zu decodieren. Das dir gezeigte Bild ist dann somit kein echtes HDR, sondern ein decodiertes Bild, was ursprünglich in High Dynamic Range vorlag.

Wenn ihr beim Kauf sicher gehen wollt, dass HDR bei Fernsehern und Monitoren im Output unterstützt wird, dann solltet ihr auf der Verpackung nach dem VESA DisplayHDR Logo Ausschau halten. Dies bedeutet, dass eine Verifizierung durch die VESA stattgefunden hat. Das System der Ausgabe durch einen Fernseher oder einen Monitors beruht allerdings auf Gegenseitigkeit: Sowie die HDR-Quelle einen geeigneten Monitor oder Fernseher benötigt um aus ihren vollen schöpfen zu können geht es der Wiedergabequelle genauso. Liegt das Material, das Wiedergegeben werden soll, wie Filme, Spiele oder Bilder nicht in einem HDR-Format vor, so kann der Monitor oder Fernseher ebenfalls nur auf SDR zurückgreifen. Ihr solltet also darauf achten, dass auch das Bildmaterial im gewünschten Format vorliegt.




Fazit

Ob ihr beim Kauf eines neuen Monitors oder Fernseher auf High Dynamic Range zurückgreift, liegt letztendlich in eurem ermessen. Feststeht, dass ihr mit der Technologie ein deutlich schöneres Bild mit kontrastreicheren Farben erhaltet. Dazu muss jedoch gesagt werden, dass verfügbares Material noch rar gesät ist. Die meisten analogen Fernsehsender verfügen noch nicht über die Möglichkeit in High Dynamic Range ausgegeben zu werden. Bei gängigen Streamingdiensten sieht es schon etwas anders aus. Serien in HDR sind im Kommen. Ob der Aufpreis sich lohnt muss also abgewogen werden.

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